Flexibilität und Sicherheit verbinden

Talente anzulocken, zu entwickeln und zu behalten ist eine der größten Herausforderungen für alle Mitwirkende auf dem Arbeitsmarkt.
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Seit 2013 veröffentlichen die International Management School INSEAD und das Human Capital Leadership Institute (HCLI) gemeinsam mit dem Adecco Group, den Global Talent Competitiveness Index (GTCI). Diese Studie misst die Fähigkeit der Rekrutierung, und der Talententwicklung in 118 Ländern auf der ganzen Welt. Um diese vierte Auflage, die sich vor allem auf Talente und Technologien konzentriert, vorzustellen, organisierte Adecco Group letzten Montag, den 9. Oktober 2017 in Luxembourg eine Konferenz, gefolgt von einer Gesprächsrunde, die Forscher und Spezialisten im Personalbereich zusammenbrachte.

GTCI Adecco Group Luxemburg

Flexibilität und Sicherheit verbinden

In seiner Eröffnungsrede begrüßte Premierminister Xavier Bettel Luxembourgs 7. Platz in der GTCI Studie und betonte den Fachkräftemangel, der die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Landes ernsthaft bestrafen könnte. Derzeit sind fast 7000 Arbeitsplätze bei der ADEM (Agence pour le développement de l’emploi) unbesetzt erklärt und dieser Trend wird sich mit der digitalen Transformation verstärken. Mehrere Projekte sind im Gange, darunter der Luxembourg Digital Skills Bridge, der Unternehmen dazu motiviert, ihre Mitarbeiter im Rahmen der Digitalisierung auszubilden und die Luxembourg Tech School die junge Menschen dazu ermutigt, Digital Leaders zu bekommen. „Wir sind glücklich im digitalen Zug zu sein. Es liegt an uns, drinnen zu bleiben“, sagte Xavier Bettel, der sich auch für eine gemeinsame digitale Strategie auf EU-Eben ausspricht.

Alain Dehaze, The Adecco Group CEO, kommentierte, dass Luxembourg sich nicht auf dem Erreichten ausruhen kann, da die Talentsuche sich in den kommenden Jahren verstärken wird. Das Land vermisst ein leistungsfähiges Berufbildungssystem, das wie in der Schweiz und in Dänemark, eine Zusammenarbeit zwischen der Regierung, dem Bildungssystem und der Geschäftswelt ist. Angesicht einer instabilen und unvorhersehbaren Wirtschaft, werden Karrieresprünge zur Norm und die Arbeitnehmer müssen ihre Beschäftigungsfähigkeit, durch Lehrstellen, während ihrer gesamten beruflichen Laufbahn erhöhen. Um attraktiv zu bleiben, muss das Großherzogtum die Flexibilität zwingend fördern und diese gleichzeitig mit einem starken Sozialschutz kombinieren.

Ein großes Verbesserungspotenzial

Der Generaldirektor der Global Indices bei der INSEAD und einer der Hauptautoren der Studie GTCI, Bruno Lanvin, erklärte, dass das Luxembourgs Paradox ist. Das Großherzogtum profitiert von einem offenen und innovativen Arbeitsmarkt, der es zu den Tops-Ränken-Ländern zählen kann, um Talente anzuziehen und lokale Talente zu behalten – jeweils an zweiter und dritter Stelle. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt eine der Hauptschwächen, insbesondere in den Bereichen der Flexibilität, der Einstellungspolitik, dem Sozialschutz und dem Unternehmertum. Luxembourg hat Fähigkeiten die er nicht total ausgeschöpft hat, und sein Verbesserungspotential bleibt wichtig.

Während der Gesprächsrunde wurden die Themen der Telearbeit, der Digitalisierung als Vorteil gegen Verlagerung, die Rolle der Städte als attraktives Talentzentrum und der Platz der Frauen in der Arbeitswelt angesprochen. In dieser Hinsicht ist Luxembourg zurückgeblieben, weil es, was die weiblichen Absolventen angeht, nur die 72. Stelle besetzt, und hinter Ländern wie Tunesien oder Rumänien liegt!

Finden sie die vollständige Studie auf www.gtci2017.com

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